Vereinsgeschichte
Die Anfänge des Rudersports

Der Rudersport wurde schon zur Zeit der Römer ausgeübt. In dieser Zeit wurde das Rudern vorwiegend für wirtschaftliche und kriegerische Zwecke benützt. Es gab allerdings schon damals das Wettkampfrudern in speziell mit Wasser gefüllten Kolosseen.
Die frühesten historisch belegten Ruderwettkämpfe fanden um 1610 in Venedig statt. Die erste Ruderregatta im heutigen Sinne fand im Jahre 1715 auf der Themse in England statt. Diese traditionelle "Doggets Regatta" wird auch heute noch durchgeführt und fand früher ausschliesslich zwischen Fährleuten statt.
Die erste "Weltmeisterschaft" zwischen Berufsruderern fand ebenfalls in England statt, anno 1831. In England entstanden dann auch die ersten Ruderklubs, so zum Beispiel um 1800 der Ruderklub vom "Eton-College" und 1839 der "Oxford University Boat Club".
Nach einem Treffen von englischen Studenten und Zürcher Burschen auf dem Zürichsee, entstand der erste Ruderklub der Schweiz, der Seeclub Zürich, im Jahre 1863. Darauf folgten der Polytechniker Ruderclub 1871, die Société Nautique de Genève 1872, Nordiska 1878, der Seeclub Luzern 1881, der Seeclub Zug 1882, der Basler Ruderclub 1884, Neuchâtel 1885, Biel und Lausanne 1886.
1886 wird der Schweizerische Ruderverband durch den Seeclub Zürich und den Basler Ruderclub gegründet, als Dachverein für die einzelnen Kleinvereine. Dieser Ruderverband schliesst sich 1896 dem Internationalen Ruderverband (FISA) an. Als erster Ruderclub am Vierwaldstättersee wurde der Seeklub Luzern gegründet, welcher auch die ersten Regatten auf dem Vierwaldstättersee durchführte. Der Seeclub Luzern ist insofern wichtig für den später entstehenden Seeclub Flüelen, weil die Flüeler einige Boote von Luzern geschenkt bekamen oder billig erwerben konnten.

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Die Gründung des Seeclub Uri

Am 8. November 1914 wird der erste und einzige Urner Ruderklub mit dem Namen "Seeclub Uri, Flüelen" gegründet. Als erster Präsident wird Jonas Bühler jun. ausgerufen. Als Flagge für den Klub wird bestimmt: "gelb mit Uristier und dazu auf dem gelben Grunde das Wappen Flüelens, die weisse Rose auf seeblauem Grunde". Der Club wird gegründet, um die körperliche Ertüchtigung, die Gesundheit und die Kameradschaft zu fördern.

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Die Auflösung des alten Seeclub Uri

Am weissen Sonntag 1928 ereignete sich auf dem Urnersee ein Bootsunglück, das dem SCU schwer zusetzte

Tagesanzeiger vom Montag, 16. April 1928:
"Bootsunglück auf dem Vierwaldstättersee. Vier Ruderboote des Ruderklubs Uri fuhren am Sonntagnachmittag von Flüelen nach Sisikon. Auf der vierer1_1914Rückfahrt wurden sie am Axenegg von einem Föhnsturm überrascht.
Drei Boote wurden mit Wasser gefüllt, so dass teilweise die Ruderer ins Wasser springen mussten. Von dem gerade von Flüelen kommenden Kursschiff "Schiller" konnten drei Mann gerettet werden, von dem Dampfer "Gallia" vier Mann. Zwei Ruderer konnten sich in einem Zweierschiff ans Land retten. Drei Mann sind ertrunken. Es sind dies zwei junge Männer von zwanzig Jahren die das Kollegium in Altdorf besuchten und vor der Maturität standen. Der dritte Ertrunkene war ein Versicherungsagent, 32 Jahre alt.
Alle drei waren vorzügliche Schwimmer, konnten aber dem hohen Wellengang nicht standhalten."


Dies könnte ein Massgebender Grund sein, dass sich der Klub in den kommenden sieben Jahre nach diesem Unglück nie mehr richtig erholen konnte und sich dann am 1. Dezember 1935 auflöste.

 

 
Die Neugründung des Seeclub Flüelen

Am 28. April 1967 findet die Gründungsversammlung im Hotel Sternen, Flüelen statt. Als Präsident wird Herr Merz Robert gewählt, als Aktuar Herr Arnold Walter.
Diese Gründungsversammlung fand statt, nachdem sich wieder eine Interessengemeinschaft mit Initiant Merz Robert gebildet hatte. Herr Merz stammte aus dem Kanton Jura und zügelte nach Flüelen. Zuerst war er Mitglied des Ruderclubs Neuenburg.

 

 
Wettkampfsport

Im Vergleich zur gesamten Geschichte des SCF ist das Kapitel des Wettkampfsports eher eine kleine. In erster Linie wird beim SCF vor allem der Aspekt der Freude und der Kameradschaft gross geschrieben.
Leute, die in sich Potential spüren und gezielt auf Meisterschaften hin trainieren wollen, verlassen den SCF und schliessen sich einem Club an, in dem vermehrt Wettkampfrudern angesagt ist. Trotzdem gingen aus der Geschichte des SCF bis 1982 nebst anderen Topklassierungen mehrere Schweizermeistertitel hervor.

Dies beweist ein Ausschnitt eines Artikels aus dem Urner Wochenblatt vom 14. Mai 1980:
"...Mittglieder der Crew sind der Kantonspolizist Richi Arnold und der Elektriker Eugen Herger. Sie begannen 1967 gemeinsam mit dem Rudersport und holten in der Saison 69/70 bei den Junioren alles, was es an den Schweizerregatten zu gewinnen gab. Einzig an den Schweizer-meisterschaften mussten sie dann mit einem 2. Platz vorliebnehmen.
 17 1972 stiegen dann die beiden in den legendären "Tellenachter" um, in dem Ruderer von den Seeklubs Sempach, Sursee, Cham und Flüelen sassen. Dieser Achter wurde zusammengestellt mit dem Ziel, eine schlagkräftige Crew für die Weltmeisterschaft 1974 auf dem Rotsee zu haben. Ihre harte Trainingsarbeit, die ausschliesslich in Cham stattfand, machte sich dann auch bezahlt, konnten die doch im den drei Jahren, wo sie zusammen ruderten, viele schöne Erfolge feiern. So waren sie in der Kategorie A und B 1972 und 1973 Schweizermeister, und 1973 liessen sie sich auch auf dem Rotsee bei der Elite als Schweizermeister ausrufen. Dennoch wurde dann ihr Ziel wegen internen Verbandsangelegenheiten nicht erreicht und die Urner waren an der WM nur als Zuschauer dabei.
1976 fanden sich dann nach einer zweijährigen Wettkampfpause die beiden Spitzen-Ruderer wieder zusammen und bereiteten sich in der Besetzung Arnold/ Herger/ Schuler/ Aregger/ Aregger auf die Schweizermeisterschaften in der Yole-de-mer-Klasse (mit Steuermann) vor. Ihre Aufbauarbeit wurde dann mit dem Scheizermeistertitel 1977 belohnt. ..."


In der Yole-de-mer-Klasse sind nur relativ schwere und breite Vierer-Boote zugelassen. Für den Seeclub Flüelen sind diese Boote ideal, da man mit ihnen auch bei hohem Wellengang noch gut rudern kann. Ausserdem ist es in dieser Klasse auch für kleinere Clubs möglich, Wettkampferfolge zu feiern. Zwischen 1980 und 1982 kamen keine weiteren Erfolge hinzu. Über die Wettkampferfolge zwischen 1914 und 1935 haben wir keine exakten Angaben. Aus mündlichen Überlieferungen weiss man aber, dass zu jener Zeit die Ruderer aus Uri ganz vorne dabei waren und auch mehrere Schweizermeistertitel gewannen.

 
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